MITmacher aus dem Netzwerk im Porträt: Winfried Kornberg, Pro Music Trier
Winfried Kornberg ist der Mann für den guten Sound. Mit seiner Firma PRO MUSIC sorgt der Veranstaltungstechniker an Hauptversammlungen, Messen oder Konzerten für die richtige Ausstattung – von Ton, Licht, Bühnenaufbau, Video, Rigging bis zum Setbau. Im vergangenen Oktober hat der 49-jährige Trierer nestwärme e.V. für das Jubiläumswochenende die technische Ausrüstung zur Verfügung gestellt – gratis. Ein MITmacher aus dem Netzwerk von nestwärme, für den Helfen und sich gegenseitig unterstützen Firmenphilosophie und Lebensmotto zugleich ist, gerade in Zeiten „sozialer Netzwerke“ im World Wide Web.

1. Herr Kornberg, Sie haben nestwärme e.v. für das Jubiläumswochenende im vergangenen Oktober die technische Ausrüstung zur Verfügung gestellt. Wie kam es dazu?

Schon seit vielen Jahren unterstützen wir von PRO MUSIK nestwärme e.V., wie z.B. 2004 beim „Entenrennen“ in Zurlauben in Zusammenarbeit mit dem Agenturhaus und Hiltrud Zock. Da hatten wir „Millionen kleiner Entchen“ auf der Mosel. Jeder konnte Pate einer oder mehrerer Entchen werden und somit nestwärme unterstützen. Das war aber auch ein Fest. Wir haben dabei das ganze Zurlaubener Ufer beschallt und ein Auge auf der Veranstaltungssicherheit gehabt.

Das war unser erster Berührungspunkt mit nestwärme. Seither haben wir immer wieder zusammen Projekte gestemmt und unser Netzwerk deutschlandweit genutzt. Unser Netzwerk mit und um nestwärme sowie mit Petra Moske, Elisabeth Schuh und Dirk Hense ist sehr ausgeprägt.

2. Was begeistert Sie an nestwärme, dass Sie sich für das Sozialunternehmen engagieren?

Im Zeitalter von unpersönlichen sozialen Netzwerken ist es heute umso wichtiger den Menschen zu sehen. Nächstenliebe und soziale Kompetenz kommen heute viel zu kurz. Zudem wird es immer wichtiger, den Menschen in den Vordergrund zu stellen.

Was ich meine ist, mit dem heutigen „social Media“ geht das Soziale und das Gemeinnützige entgegen der Bezeichnung doch immer weiter verloren. Wer ist heute noch der Gemeinschaft nützlich, wenn er nur noch vor der Kiste sitzt und den Bezug zur Umwelt verliert? Wenn man etwas im „Netz“ nicht sehen will, klickt man es weg. Aus den Augen aus dem Sinn. Und genau hier ist es in der Verantwortung eines jeden Einzelnen, sich wieder öfter wirklich sozial und in der Gemeinschaft zu engagieren.

Zeigen Sie doch einmal im World Wide Web Hilfsbereitschaft! Da machen Sie eine Überweisung und haben Ihr Gewissen beruhigt. Das hilft zwar und ist auch gut, aber mit persönlichem Einsatz und einem echten Netzwerk „richtige Menschen“ zusammen zu bringen, wird langfristig viel mehr helfen.

3. Hatten Sie vorher schon Kontakt oder Berührungspunkte mit chronisch kranken oder behinderten Kindern bzw. ihren Familien?

Ich hatte sowohl mit chronisch kranken, als auch mit behinderten Kindern in meiner Vergangenheit zu tun. Freundinnen von mir studierten Sozialpädagogik oder Sozialarbeit, eine andere hatte in ihrer damaligen Beziehung ein behindertes Kind adoptiert. So wurde ich auch immer wieder bei der Planung von Snoezel-Räumen involviert und konnte mich hier mit verschiedenen Sachen aus meinem Beruf gut einbringen. Später hatte ich dann auch häufig Kontakt mit dem Hofgut Serrig, der Lebenshilfe Trier und dem Club Aktiv. Und so hat man auch heute noch den ein oder anderen Kontakt…

4. Was bedeutet soziales Engagement für Sie?

Schauen Sie sich um! Alle sitzen mit ihren Handys oder Laptops herum und kommunizieren via Facebook, WhatsApp, E-Mail oder Internet. Das mache ich zeitweise auch. Für mich bedeutet soziales Engagement aber ein Stück neben sich zu schauen, nicht nur an sich zu denken und anderen eine Stütze zu sein. Fern der heutigen virtuellen Welt verschließen sich die Leute zunehmend. Reale, soziale Kontakte und soziales Engagement nehmen zunehmend ab.

5. Wo besteht der „Gewinn“ für Sie?

„Etwas Gutes zu tun, meinen Teil beizutragen“, das reicht doch eigentlich oder?
Man muss nicht immer etwas Materielles zurück erhalten. Es ist schöner, im guten Ansinnen der Menschen zu stehen. Es ist schön, wenn andere positiv über einen denken, positiv über einen reden und dabei etwas Positives für einen anderen zu tun. Du reichst jemandem Deine Hand und an einer ganz anderen Stelle reicht Dir jemand seine Hand. So soll es doch sein! Und so funktioniert es auch. Manchmal reicht auch einfach ein Lächeln. (Die Deutschen lächeln so oder so zu wenig ?).

6. Was ist nestwärme für Sie persönlich?

Ein Netzwerk an positiven Menschen.

7. Was können Botschafter und Mitmacher tun, wenn Sie nicht direkt in eine Familie gehen möchten?

Andere Menschen zum Denken und Helfen zu bewegen! Helfen und unterstützen kann jeder: in der Verwaltung, in der Kommunikation und mit Spenden, egal wie klein sie auch erscheinen mögen. Das Netzwerk unterstützen, denn es unterstützt einen auch!

Eine Hand reichen, ein Lächeln zeigen und einen positiven Gedanken schenken! Für mich ist es oft auch einfach, Menschen zusammen zu bringen: Der eine kann dem anderen etwas Gutes tun.

8. Haben Sie Ideen für weitere gemeinsame Aktionen?

Wir sollten Soziales näher in die Betriebe bringen und Arbeitgeber wie Arbeitnehmer zu mehr sozialem Engagement bringen. Ähnlich einer Guerilla-Werbeaktion, einfach mit den Betroffenen (Hilfebedürftigen) die Betriebe und deren Mitarbeiter in ihrer Pause besuchen. Oder eine Neuauflage des Trier Entenrennens in 2015?

Vielen Dank Herr Kornberg für dieses Interview.

Kontakt: Winfried Kornberg, CEO / Meister für Veranstaltungstechnik
PRO MUSIK Veranstaltungstechnik GmbH
Ottostraße 14, D-54294 Trier
49, rue Gabriel Lippmann, L–6947 Niederanven
Tel: +49-651-998915-0, Fax: +49-651-998915-29, Mobil: +49-171-7579750
E-Mail: wkornberg@promusik.de
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